Besoldungsstufen der Landesbeamten in Nordrhein-Westfalen Einstufung, Laufzeiten und Besoldungsentwicklung einfach erklärt
Wie viel du als Landesbeamter in NRW verdienst, hängt nicht nur von deiner Besoldungsgruppe ab. Entscheidend ist auch deine Erfahrungsstufe. Sie bestimmt, wie schnell dein Grundgehalt im Laufe deiner Karriere automatisch steigt. In diesem Ratgeber erfährst du verständlich, wie das Stufensystem funktioniert, wo du beim Einstieg eingestuft wirst und wie sich dein Einkommen über die Jahre entwickelt.
Wie funktionieren die Besoldungsstufen für Landesbeamte in NRW?
Wenn du Beamter in NRW bist, steigt dein Grundgehalt nicht nur durch Beförderungen, sondern auch automatisch durch sogenannte Erfahrungsstufen. Diese sorgen dafür, dass dein Einkommen mit zunehmender Berufserfahrung wächst.
Entscheidend ist heute nicht mehr dein Lebensalter, sondern deine tatsächliche Berufserfahrung.
Wie viele Stufen gibt es in der Besoldung?
In der Besoldungsordnung A, die für die meisten Landesbeamten gilt, existieren aktuell zwölf Erfahrungsstufen.
Du steigst automatisch in die nächste Stufe auf, sobald du die vorgeschriebene Zeit in deiner aktuellen Stufe erreicht hast.
Stufenlaufzeiten in Nordrhein-Westfalen
Die Wartezeiten sind genau so gestaffelt:
Stufe | Wartezeit |
|---|---|
1 → 2 | 2 Jahre |
2 → 3 | 2 Jahre |
3 → 4 | 2 Jahre |
4 → 5 | 2 Jahre |
5 → 6 | 3 Jahre |
6 → 7 | 3 Jahre |
7 → 8 | 3 Jahre |
8 → 9 | 3 Jahre |
9 → 10 | 4 Jahre |
10 → 11 | 4 Jahre |
11 → 12 | 4 Jahre |
Das bedeutet: Mit zunehmender Besoldungsstufe verlängern sich die Zeiträume bis zum nächsten Gehaltssprung.
Bei deiner Einstellung kommst du in Stufe 1
In Stufe 1 musst du zwei Jahre warten bis du in Stufe 2 kommst
In Stufe 2 musst du zwei Jahre warten bis du in Stufe 3 kommst
usw.
In Stufe 10 musst du vier Jahre warten bis du in Stufe 11 kommst
Von Anfang bis Ende dauert es demnach 32 Jahre.
Wonach richtet sich deine Einstufung beim Einstieg?
Beim Start in den Landesdienst wirst du nicht automatisch in Stufe 1 eingeordnet.
Stattdessen prüft der Dienstherr, welche Zeiten angerechnet werden können. Dazu zählen zum Beispiel:
frühere Tätigkeiten im öffentlichen Dienst
einschlägige Berufserfahrung außerhalb des Staatsdienstes
Wehrdienst oder vergleichbare Zeiten
Je mehr anrechenbare Erfahrung du hast, desto höher kann deine Einstiegsstufe ausfallen.
Gibt es in allen Besoldungsordnungen Stufen?
Nein. Die Stufensysteme unterscheiden sich je nach Besoldungsordnung:
Mit Erfahrungsstufen:
Besoldungsordnung A
R1 und R2 (Richter/Staatsanwälte)
Ohne Stufen:
Besoldungsordnung B (Leitungsämter)
Besoldungsordnung W (Professoren)
R-Besoldung ab R3
Anwärter AW
Dort gibt es feste Grundgehälter ohne automatische Erfahrungssteigerungen.
Die genauen Zahlen kannst du dir in den Tabellen zur den einzelnen Ordnungen anschauen.
Warum wurde das alte Dienstaltersprinzip abgeschafft?
Früher hing die Besoldungsstufe stark vom Lebensalter ab. Dieses System wurde als altersdiskriminierend bewertet.
Heute zählt deshalb ausschließlich deine berufliche Erfahrung. Dadurch sollen gleiche Chancen für jüngere und ältere Neueinstellungen gewährleistet werden.
Wo wirst du eingestuft, wenn du im höheren Dienst startest?
Wenn du in den höheren Dienst eingestellt wirst, erhältst du zunächst eine Besoldungsgruppe. Typisch ist zum Beispiel die Einstufung in A13.
Innerhalb dieser Besoldungsgruppe wirst du zusätzlich einer Erfahrungsstufe zugeordnet. Diese richtet sich danach, welche beruflichen Zeiten anerkannt werden können.
Ohne anrechenbare Vorerfahrung beginnst du in der Regel in Stufe 1. Hast du bereits einschlägige Berufspraxis gesammelt, kann deine Einstufung deutlich höher ausfallen.
Beispiel: Einstieg in den höheren Dienst
Eine Juristin wird nach dem zweiten Staatsexamen als Regierungsrätin eingestellt.
Das bedeutet:
Sie gehört zur Besoldungsgruppe A12/13 und damit zum höheren Dienst.
Da sie zuvor zwei Jahre als wissenschaftliche Mitarbeiterin in einer Behörde gearbeitet hat, werden diese Zeiten als einschlägig anerkannt. Deshalb beginnt sie nicht in Stufe 1, sondern direkt in Stufe 2.
Ihr Grundgehalt ist dadurch von Anfang an mehrere hundert Euro höher.
Wenn du in den höheren Dienst einsteigst:
bekommst du eine Besoldungsgruppe (z. B. A12/13)
und zusätzlich eine Erfahrungsstufe innerhalb dieser Gruppe
Also: Deine Laufbahngruppe entscheidet über deine Besoldungsgruppe und deine Berufserfahrung über deine Besoldungsstufe.
Laufbahngruppe | Besoldungsgruppe |
|---|---|
einfacher Dienst | A5 - A6 |
mittlerer Dienst | A6 - A9 |
gehobener Dienst | A9 - A13 |
höherer Dienst | A13 - A16 |