TV-Autobahn – Tarifverhandlung 2026 startet Forderungen, alle Termine & News
Bei der Autobahn GmbH des Bundes beginnen die Tarifverhandlungen. Die Gewerkschaft ver.di startet mit einer Forderung nach sieben Prozent mehr Entgelt pro Monat. Mindestens sollen die Gehälter um 300 Euro steigen. Diese Untergrenze gilt auch für Nachwuchskräfte. Im Mittelpunkt steht das Ziel, insbesondere die unteren Entgeltgruppen zu entlasten und die Arbeitsbedingungen bei der bundeseigenen Gesellschaft insgesamt attraktiver zu gestalten.
Update | 1. Tarifrunde bei der Autobahn GmbH ohne Ergebnis: Warnstreiks werden wahrscheinlicher
Nach einer ergebnislosen ersten Tarifrunde bei der Autobahn GmbH des Bundes am 8. Januar 2026 müssen sich Autofahrer voraussichtlich auf Warnstreiks einstellen. Nach Angaben von ver.di-Gewerkschaftssekretär Martin Krupp setzt die Gewerkschaft darauf, dass der Arbeitgeber die zweite Verhandlungsrunde Anfang Februar ernsthaft angeht und ein konkretes Angebot zur Entgelterhöhung vorlegt. Sollte dies ausbleiben, werde man den Forderungen spürbar Nachdruck verleihen müssen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind damit Warnstreiks gemeint.
Warum wurden die Gespräche vorzeitig abgebrochen?
Zu den Verhandlungen am Donnerstag erklärte Krupp, dass die Gespräche vorzeitig beendet worden seien, weil der Arbeitgeber trotz mehrfachen und geduldigen Nachfragens kein konkretes Angebot zur Höhe der Entgelterhöhung vorgelegt habe. Dieses Vorgehen bezeichnete er als mehr als bedauerlich.
Welche Forderungen stehen im Raum?
Im Zentrum der Tarifrunde steht die Forderung nach einer Entgelterhöhung von sieben Prozent. Gleichzeitig soll ein Mindestbetrag von 300 Euro sicherstellen, dass insbesondere die unteren Entgeltgruppen spürbar entlastet werden. Die Gewerkschaften sehen darin eine notwendige Reaktion auf die anhaltend hohe Arbeitsbelastung und den bestehenden Personalmangel bei der Autobahn GmbH.
Wie reagiert die Autobahn GmbH auf den Abbruch?
Die Autobahn GmbH des Bundes stellte die Situation anders dar. In einer Mitteilung erklärte sie, dass der dbb beamtenbund und tarifunion sowie ver.di den ersten Verhandlungstermin beendet hätten, noch bevor eine substanzielle Erörterung des von der Autobahn GmbH vorgeschlagenen Angebots möglich gewesen sei. Dies bedauere man.
Ziel des Arbeitgebers sei es weiterhin, Lösungen für die rund 15.000 Beschäftigten zu finden, die sowohl die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anerkennen als auch die finanziellen Rahmenbedingungen eines bundeseigenen Unternehmens berücksichtigen.
Wie geht es nun weiter?
Die zweite Verhandlungsrunde ist für Anfang Februar geplant. Ob es bis dahin zu Warnstreiks kommt, hängt maßgeblich davon ab, ob der Arbeitgeber ein konkretes Entgeltangebot vorlegt. Klar ist bereits jetzt, dass der Druck auf beiden Seiten wächst und der weitere Verlauf der Tarifrunde erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb der Autobahnen haben könnte.
Ver.di sieht Handlungsbedarf
Ausgangspunkt der Tarifforderung ist eine Befragung unter den Beschäftigten, an der sich rund 3.000 Personen beteiligt haben. Viele Rückmeldungen machen deutlich, dass die Arbeitsbelastung seit Jahren als hoch empfunden wird. Seit der Gründung der Autobahn GmbH im Jahr 2021 liegt die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Bundesfernstraßen gebündelt bei einer Organisation. Zuvor waren diese Aufgaben auf die Länder verteilt.
Insgesamt betrifft die Tarifrunde etwa 15.000 Beschäftigte, einschließlich der Nachwuchskräfte. Nach mehreren Jahren des Aufbaus, organisatorischer Veränderungen und anhaltenden Personalmangels hält ver.di eine deutliche Anpassung der Gehälter für notwendig.
Welche Bedeutung haben offene Stellen und geplante Investitionen?
Nach Angaben der Gewerkschaft sind aktuell noch rund 1.000 Stellen unbesetzt. Gleichzeitig sollen in den kommenden Jahren hohe Mittel aus dem Infrastrukturfonds in die Sanierung und den Ausbau des Autobahnnetzes fließen.
Aus Sicht von ver.di besteht hier ein Spannungsverhältnis. Umfangreiche Bau und Sanierungsprojekte lassen sich nur umsetzen, wenn ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Wettbewerbsfähige Gehälter werden dabei als entscheidender Faktor gesehen, um neue Beschäftigte zu gewinnen und vorhandenes Fachpersonal zu halten.
Wie bewerten Gewerkschaftsvertreter die Situation der Beschäftigten?
Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von ver.di, weist darauf hin, dass die Beschäftigten seit Jahren mit großem Einsatz dazu beitragen, den Betrieb eines vielfach sanierungsbedürftigen Autobahnnetzes aufrechtzuerhalten. Die Arbeit erfolge häufig unter hohem Zeitdruck und zu allen Tages und Nachtzeiten. Anerkennung müsse sich daher auch finanziell widerspiegeln.
Claudia Latzer, Vorsitzende der ver.di Bundesbetriebsgruppe, verweist auf die bevorstehenden Herausforderungen bei der Instandsetzung von Brücken und Bundesfernstraßen. Diese Aufgaben erforderten langfristiges Engagement und entsprechende Wertschätzung durch angemessene Einkommen.
Norbert Klein, stellvertretender Vorsitzender der Bundesbetriebsgruppe, betont zudem die besondere Verantwortung der Beschäftigten in Ausnahmesituationen wie Winterdiensten, Unfällen oder umfangreichen Sanierungsmaßnahmen. Der Betrieb müsse jederzeit sichergestellt sein. Entsprechend erwarte man in der Tarifrunde ernsthafte Angebote des Arbeitgebers. Die Belegschaft sei bereit, ihre Interessen aktiv zu vertreten.
Wann sind die Verhandlungstermine für die Tarifrunde 2025 TV-Autobahn?
Die Tarifverhandlungen finden in Berlin statt und sind zunächst auf drei Runden ausgelegt. Der erste Termin ist für den 8. Januar 2026 vorgesehen. Weitere Gespräche sind für den 6. Februar sowie für den 25. und 26. Februar 2026 geplant.
Ob und wann eine Einigung erreicht wird, ist derzeit offen. Fest steht jedoch, dass die Erwartungen der Beschäftigten hoch sind und die Tarifrunde für die weitere Entwicklung der Autobahn GmbH eine wichtige Rolle spielen dürfte.