TV-Autobahn – Das Ergebnis der Tarifverhandlung 2026 steht fest Die Tarifeinigung vom 26.02.206
Bei der Autobahn GmbH des Bundes sind die Tarifverhandlungen abgeschlossen. Die Gewerkschaft ver.di forderte sieben Prozent mehr Entgelt pro Monat. Mindestens um 300 Euro sollten die Gehälter steigen. Doch das Ergebnis ist weit entfernt von der Forderung. Alle Details zum Ergebnis findest Du hier.
26.02.2026 Das Ergebnis zur Tarifrunde bei der Autobahn GmbH des Bundes
1. Laufzeit
Laufzeit 26 Monate
Gültig ab 01.05.2026 bis zum 28. Februar 2028
Gesamtvolumen 8,74 %
2. Tabellenentgelte: Drei Erhöhungsschritte
Ab 1. Mai 2026
+3,4 %
mindestens +150 Euro
Ab 1. Januar 2027
+2,4 %
mindestens +120 Euro
Ab 1. Januar 2028
+2,0 %
mindestens +90 Euro
Besonderheit:
Die Mindestbeträge wirken sich in unteren und mittleren Entgeltgruppen prozentual stärker aus.
Dadurch ergibt sich rechnerisch ein Gesamtvolumen der Tabellenerhöhungen von 8,74 %.
3. Schicht- und Wechselschichtzulagen
Ab 1. Januar 2027:
Schichtzulage: von 40 Euro auf 100 Euro monatlich
Wechselschichtzulage: von 105 Euro auf 200 Euro monatlich
Weitere Punkte:
Dynamisierung wie im Tarifvertrag für den öffentlichen Dienst (TVöD Bund)
Zulagen steigen künftig prozentual mit weiteren Tariferhöhungen.
Tarifliche Anbindung an die TVöD-Entwicklung bleibt bestehen.
4. Nachwuchskräfte
Ab 1. Mai 2026
+75 Euro monatlich
Ab 1. Januar 2027
+50 Euro monatlich
Ab 1. Januar 2028
+2,0 %
Zusätzlich:
Übernahme von Auszubildenden künftig direkt in Stufe 2 statt Stufe 1 der jeweiligen Entgeltgruppe.
5. Hintergrund
Rund 14.000 Beschäftigte betroffen
Mehrere bundesweite Streiks im Vorfeld
Erste große Tarifrunde seit Gründung der Autobahn GmbH vor fünf Jahren
Mitgliederbefragung durch ver.di läuft
Endgültige Entscheidung durch die Tarifkommission Ende März
Ein Überblick zum Tarifergebnis
Nach intensiven Verhandlungen und mehreren bundesweiten Streiks steht das Tarifergebnis für die Beschäftigten der Autobahn GmbH des Bundes. Die Gewerkschaft ver.di und der Arbeitgeber haben sich auf ein Gesamtpaket mit einem Gesamtvolumen von 8,74 Prozent (tatsächlich 7,8%) geeinigt. Besonders profitieren die unteren und mittleren Entgeltgruppen sowie Beschäftigte im Schichtdienst.
Die rund 14.000 Beschäftigten erhalten ihre Gehaltserhöhungen in drei Stufen bis Anfang 2028. Bereits zum 1. Mai 2026 steigen die Entgelte um 3,4 Prozent, mindestens aber um 150 Euro. Gerade in niedrigeren Entgeltgruppen sorgt dieser Mindestbetrag für ein deutliches Plus. Zwei weitere Erhöhungen folgen Anfang 2027 und Anfang 2028.
Ab dem 01. Mai 2026 wäre in Abhängigkeit des TVöD Ergebnisses der Tarifrunde 2025-2027 sowieso eine Erhöhung von 2,8% erfolgt, daher beträgt die Steigerung ab Mai somit indirekt nur 0,6%.
Ein zentrales Ergebnis betrifft die Schichtzulagen. Ab Januar 2027 werden diese angehoben. Die Schichtzulage steigt von 40 auf 100 Euro, die Wechselschichtzulage von 105 auf 200 Euro monatlich. Zudem werden die Zulagen künftig automatisch mit weiteren Tarifsteigerungen angehoben. Damit orientiert sich die Autobahn GmbH weiterhin am TVöD Bund, was zwischenzeitlich nicht selbstverständlich war.
Auch Nachwuchskräfte profitieren. Neben festen Erhöhungsbeträgen in den kommenden Jahren werden Auszubildende künftig nach ihrer Übernahme direkt in Stufe 2 eingruppiert. Das bedeutet ein spürbar höheres Einstiegsgehalt.
Die Laufzeit von 26 Monaten gilt als Kompromiss. Während die Entgelterhöhungen als Erfolg gewertet werden, ist die lange Bindung bis Ende Februar 2028 aus Gewerkschaftssicht ein Zugeständnis.
Das Ergebnis steht nun unter Vorbehalt der Mitgliederbefragung. Die finale Entscheidung trifft die Tarifkommission Ende März.
17.02.2026 Autobahn-Streiks bei der Autobahn GmbH
ver.di ruft zu Arbeitsniederlegungen auf
Die Gewerkschaft ver.di hat für diese Woche Streiks bei der Autobahn GmbH angekündigt. Hintergrund sind festgefahrene Tarifverhandlungen für die rund 14.000 Beschäftigten: Die angebotene Vertragslaufzeit von 29 Monaten und die Ablehnung eines Mindestbetrags für untere Lohngruppen werden von der Gewerkschaft als unzureichend bewertet. ver.di fordert 7 % mehr Gehalt, mindestens 300 € monatlich, auch für Nachwuchskräfte, bei einer Laufzeit von 12 Monaten.
Streiktermine und betroffene Standorte:
Dienstag, 17. Februar: Pausenaktionen in Niederlassungen, Verwaltungszentralen und der Bundeszentrale.
Mittwoch, 18. Februar: Arbeitsniederlegungen in Autobahnmeistereien in Göttingen, Braunschweig, Bremen, Hannover, München, Freiburg, Duisburg, Wünnenberg, Gelsenkirchen, Erfurt, Weißenfels, Montabaur, Ludwigshafen, Tholey und Dillingen/Saar. Dienstleistungen können eingeschränkt oder verzögert sein.
Donnerstag, 19. Februar: Streiks in Tunnelleitzentralen, u. a. Zella-Mehlis (Thüringen) für Tunnel Rennsteig, Hochwald, Alte Burg und Berg Bock (A71) sowie Emstunnel (A31, Niedersachsen). Notdienste sind gewährleistet, Spurensperrungen möglich.
Freitag, 20. Februar und Montag, 23. Februar: Streiks in der Leitzentrale des Elbtunnels in Hamburg, betroffen ist die Tunnelkette Elbtunnel – Überdeckelung Stellingen – Überdeckelung Schnelsen, je eine Fahrspur pro Richtung gesperrt. In Nordrhein-Westfalen sind Tunneln und die Verkehrszentrale Leverkusen betroffen, Notdienstvereinbarungen bislang nicht abgeschlossen.
Ver.di betont, dass die Streiks notwendig sind, um die Tarifverhandlungen voranzubringen, und verweist auf die rund 1.000 unbesetzten Stellen und den Sanierungsbedarf der Autobahnen, der qualifizierte und motivierte Fachkräfte erfordert.
Am 25. und 26. Februar geht weiter mit der dritten Verhandlungsrunde TV-Autobahn.
Update | 2. Verhandlungsrunde ohne Durchbruch – Warnstreiks werden wahrscheinlicher
Auch die zweite Verhandlungsrunde zwischen ver.di und der Autobahn GmbH des Bundes ist ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Zwar hat die Arbeitgeberseite erstmals ein Angebot vorgelegt, aus Sicht von ver.di bleibt dieses jedoch deutlich hinter den Erwartungen der Beschäftigten zurück. Die Gewerkschaft bewertet das Angebot als nicht verhandlungsfähig und bereitet nun weitere Schritte bis hin zu Warnstreiks vor.
Kritik gibt es vor allem an der langen Laufzeit und der geringen Wirkung der angebotenen Entgeltsteigerungen. Zudem fehlt nach Einschätzung von ver.di jede soziale Komponente, die insbesondere die unteren Entgeltgruppen entlasten würde.
Arbeitgeberangebot im Überblick
Die Autobahn GmbH des Bundes bietet:
eine Laufzeit von 29 Monaten
Entgeltsteigerungen von insgesamt 7 Prozent, verteilt auf drei Stufen
die volle Wirksamkeit der Erhöhung erst ab dem Jahr 2028
keine Mindesterhöhung
eine geplante Loslösung vom TVöD
Das fordert ver.di
Dem stellt ver.di folgende Forderungen gegenüber:
7 Prozent mehr Gehalt, mindestens jedoch 300 Euro
300 Euro monatlich für Nachwuchskräfte
eine Laufzeit von 12 Monaten
einen besonderen Schutz der unteren Lohngruppen
den Erhalt der Anbindung an den öffentlichen Dienst
Grundlage der Forderungen ist eine Beschäftigtenbefragung, an der sich rund 3.000 Kolleginnen und Kollegen beteiligt haben.
Klare Worte von ver.di
ver.di-Verhandlungsführer Oliver Bandosz macht deutlich, wie die Gewerkschaft das Angebot bewertet:
„Wir haben endlich ein Angebot, aber es ist so niedrig, dass es nicht verhandelbar ist. Eine Laufzeit von fast zweieinhalb Jahren mit minimalen Schritten und ohne soziale Komponente ist schlicht inakzeptabel.“
Nach dem ergebnislosen Verlauf der zweiten Runde steigt der Druck auf die Arbeitgeberseite. ver.di kündigt an, den Protest der Beschäftigten nun weiter zu organisieren. Warnstreiks rücken damit spürbar näher.
Die dritte Verhandlungsrunde ist Ende Februar.
Update | 1. Tarifrunde bei der Autobahn GmbH ohne Ergebnis: Warnstreiks werden wahrscheinlicher
Nach einer ergebnislosen ersten Tarifrunde bei der Autobahn GmbH des Bundes am 8. Januar 2026 müssen sich Autofahrer voraussichtlich auf Warnstreiks einstellen. Nach Angaben von ver.di-Gewerkschaftssekretär Martin Krupp setzt die Gewerkschaft darauf, dass der Arbeitgeber die zweite Verhandlungsrunde Anfang Februar ernsthaft angeht und ein konkretes Angebot zur Entgelterhöhung vorlegt. Sollte dies ausbleiben, werde man den Forderungen spürbar Nachdruck verleihen müssen. Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur sind damit Warnstreiks gemeint.
Warum wurden die Gespräche vorzeitig abgebrochen?
Zu den Verhandlungen am Donnerstag erklärte Krupp, dass die Gespräche vorzeitig beendet worden seien, weil der Arbeitgeber trotz mehrfachen und geduldigen Nachfragens kein konkretes Angebot zur Höhe der Entgelterhöhung vorgelegt habe. Dieses Vorgehen bezeichnete er als mehr als bedauerlich.
Welche Forderungen stehen im Raum?
Im Zentrum der Tarifrunde steht die Forderung nach einer Entgelterhöhung von sieben Prozent. Gleichzeitig soll ein Mindestbetrag von 300 Euro sicherstellen, dass insbesondere die unteren Entgeltgruppen spürbar entlastet werden. Die Gewerkschaften sehen darin eine notwendige Reaktion auf die anhaltend hohe Arbeitsbelastung und den bestehenden Personalmangel bei der Autobahn GmbH.
Wie reagiert die Autobahn GmbH auf den Abbruch?
Die Autobahn GmbH des Bundes stellte die Situation anders dar. In einer Mitteilung erklärte sie, dass der dbb beamtenbund und tarifunion sowie ver.di den ersten Verhandlungstermin beendet hätten, noch bevor eine substanzielle Erörterung des von der Autobahn GmbH vorgeschlagenen Angebots möglich gewesen sei. Dies bedauere man.
Ziel des Arbeitgebers sei es weiterhin, Lösungen für die rund 15.000 Beschäftigten zu finden, die sowohl die Leistung der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter anerkennen als auch die finanziellen Rahmenbedingungen eines bundeseigenen Unternehmens berücksichtigen.
Wie geht es nun weiter?
Die zweite Verhandlungsrunde ist für Anfang Februar geplant. Ob es bis dahin zu Warnstreiks kommt, hängt maßgeblich davon ab, ob der Arbeitgeber ein konkretes Entgeltangebot vorlegt. Klar ist bereits jetzt, dass der Druck auf beiden Seiten wächst und der weitere Verlauf der Tarifrunde erhebliche Auswirkungen auf den Betrieb der Autobahnen haben könnte.
Ver.di sieht Handlungsbedarf
Ausgangspunkt der Tarifforderung ist eine Befragung unter den Beschäftigten, an der sich rund 3.000 Personen beteiligt haben. Viele Rückmeldungen machen deutlich, dass die Arbeitsbelastung seit Jahren als hoch empfunden wird. Seit der Gründung der Autobahn GmbH im Jahr 2021 liegt die Verantwortung für Planung, Bau, Betrieb und Erhaltung der Bundesfernstraßen gebündelt bei einer Organisation. Zuvor waren diese Aufgaben auf die Länder verteilt.
Insgesamt betrifft die Tarifrunde etwa 15.000 Beschäftigte, einschließlich der Nachwuchskräfte. Nach mehreren Jahren des Aufbaus, organisatorischer Veränderungen und anhaltenden Personalmangels hält ver.di eine deutliche Anpassung der Gehälter für notwendig.
Welche Bedeutung haben offene Stellen und geplante Investitionen?
Nach Angaben der Gewerkschaft sind aktuell noch rund 1.000 Stellen unbesetzt. Gleichzeitig sollen in den kommenden Jahren hohe Mittel aus dem Infrastrukturfonds in die Sanierung und den Ausbau des Autobahnnetzes fließen.
Aus Sicht von ver.di besteht hier ein Spannungsverhältnis. Umfangreiche Bau und Sanierungsprojekte lassen sich nur umsetzen, wenn ausreichend qualifiziertes Personal zur Verfügung steht. Wettbewerbsfähige Gehälter werden dabei als entscheidender Faktor gesehen, um neue Beschäftigte zu gewinnen und vorhandenes Fachpersonal zu halten.
Wie bewerten Gewerkschaftsvertreter die Situation der Beschäftigten?
Christine Behle, stellvertretende Vorsitzende von ver.di, weist darauf hin, dass die Beschäftigten seit Jahren mit großem Einsatz dazu beitragen, den Betrieb eines vielfach sanierungsbedürftigen Autobahnnetzes aufrechtzuerhalten. Die Arbeit erfolge häufig unter hohem Zeitdruck und zu allen Tages und Nachtzeiten. Anerkennung müsse sich daher auch finanziell widerspiegeln.
Claudia Latzer, Vorsitzende der ver.di Bundesbetriebsgruppe, verweist auf die bevorstehenden Herausforderungen bei der Instandsetzung von Brücken und Bundesfernstraßen. Diese Aufgaben erforderten langfristiges Engagement und entsprechende Wertschätzung durch angemessene Einkommen.
Norbert Klein, stellvertretender Vorsitzender der Bundesbetriebsgruppe, betont zudem die besondere Verantwortung der Beschäftigten in Ausnahmesituationen wie Winterdiensten, Unfällen oder umfangreichen Sanierungsmaßnahmen. Der Betrieb müsse jederzeit sichergestellt sein. Entsprechend erwarte man in der Tarifrunde ernsthafte Angebote des Arbeitgebers. Die Belegschaft sei bereit, ihre Interessen aktiv zu vertreten.
Wann sind die Verhandlungstermine für die Tarifrunde 2025 TV-Autobahn?
Die Tarifverhandlungen finden in Berlin statt und sind zunächst auf drei Runden ausgelegt. Der erste Termin ist für den 8. Januar 2026 vorgesehen. Weitere Gespräche sind für den 6. Februar sowie für den 25. und 26. Februar 2026 geplant.
Ob und wann eine Einigung erreicht wird, ist derzeit offen. Fest steht jedoch, dass die Erwartungen der Beschäftigten hoch sind und die Tarifrunde für die weitere Entwicklung der Autobahn GmbH eine wichtige Rolle spielen dürfte.