Tarifverhandlung TV-L 2025/2026

Öffentlicher Dienst der Länder: 1. Verhandlungsrunde im TV-L am 3. Dezember 2025 Update

Zuletzt geändert am 12.12.2025

Zum Auftakt der neuen TV-L Tarifrunde 2025 setzen die Gewerkschaften ein deutliches Zeichen. ver.di fordert sieben Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro monatlich. Ziel ist es, die unteren Entgeltgruppen stärker zu entlasten. Die Bundestarifkommission hat das Paket am 17. November in Berlin beschlossen.

1. Was hat die erste Verhandlungsrunde am 3. Dezember gebracht?

Die erste Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder hat, wie so oft, vor allem eines gezeigt: Beide Seiten sind weit voneinander entfernt. Ein Abschluss ist damit noch nicht in Sicht. Damit du besser einordnen kannst, wo die Verhandlungen stehen, findest du hier eine kompakte Übersicht zu den zentralen Forderungen und den bisherigen Reaktionen der Arbeitgeber.

1a. Welche Kernforderungen standen im Mittelpunkt?

Die Gewerkschaften haben ein Paket vorgelegt, das sowohl die Einkommen als auch die Arbeitsbedingungen verbessern soll. Dazu zählen unter anderem:

Einkommen:

  • 7 Prozent mehr Gehalt: Die Arbeitgeber sprechen bereits von „zu vielen Prozenten“.

  • Mindestens 300 Euro monatlich: Hier stoßen sie sich an der Anhebung im unteren Tabellenbereich und an möglichen Folgen für Beamte.

  • Laufzeit von zwölf Monaten: Die Gegenseite würde lieber länger abschließen.

Zuschläge und Nachwuchs:

  • 20 Prozentpunkte mehr bei Zeitzuschlägen, gerechnet auf Basis der persönlichen Stufe. Dazu kam keine Positionierung.

  • Je 200 Euro zusätzlich für Auszubildende, Studierende und Praktikanten: Auch hierzu gab es keine Antwort.

  • Unbefristete Übernahme in Vollzeit nach der Ausbildung: Ebenfalls keine Aussage.

Studentische Beschäftigte:

  • Tarifvertrag für studentische Hilfskräfte: Die TdL verweist traditionell auf die schwierige Finanzlage der Hochschulen. Immerhin: Über höhere Mindeststundenlöhne ließe sich reden.

1b. Welche zusätzlichen Erwartungen haben die Gewerkschaften formuliert?

Neben reinen Entgeltfragen ging es um strukturelle Themen im Tarifrecht.

Arbeitsbedingungen und Struktur:

  • Angleichung Ost-West, etwa beim Kündigungsschutz und den Arbeitszeiten an Unikliniken: Offen, aber ohne Zusage.

  • Stufengleiche Höhergruppierung: Keine Reaktion.

  • Angleichung der Schicht- und Wechselschichtzulagen an den TVöD: Hier sehen die Arbeitgeber Gesprächsoptionen.

Mitgliedervorteile und Sonderregelungen:

  • Ein zusätzlicher freier Tag für Gewerkschaftsmitglieder: Wird klar abgelehnt.

  • Sonderkündigungsrecht für den SuE-Bereich: Die TdL versteht den Wunsch nach eigenen Regeln weiterhin nicht und verweist auf geringe Beschäftigtenzahlen außerhalb der Stadtstaaten.

Reformen im Tarifrecht:

  • Einstieg in Verhandlungen zur Reform der Entgeltordnung Länder: Möglich, aber noch ohne konkrete Zusage.

  • Nachwuchskräfte nach Abschluss in Stufe 2 einordnen: Grundsätzliche Gesprächsbereitschaft.

  • Mobilitätszuschuss als Wahlmodell: Auch hier Gesprächsbereitschaft.

  • Tarifvertrag für praxisintegrierte dual Studierende: Keine Aussage.

1c. Was ist mit den Beamten und angestellten Lehrkräften?

  • Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf Beamte: Aktuell heißt es schlicht: „Kein Geld.“

  • Paralleltabellen für angestellte Lehrkräfte: Immerhin: Gesprächsbereitschaft, um die Zusage aus 2019 endlich umzusetzen.

1d. Was lässt sich nach Runde 1 festhalten?

Die erste Verhandlungsrunde hat vor allem eines gezeigt: Viele Themen bleiben offen, einige zentrale Punkte stoßen auf große Zurückhaltung, und bei den finanziellen Forderungen sieht die TdL derzeit keinen Spielraum. Gleichzeitig gibt es punktuelle Gesprächsangebote, insbesondere bei strukturellen Fragen und Nachwuchsthemen.

Tarifrunde 2025-2026

Kernpunkte für die Tarifrunde 2026 TV-L

Neben der prozentualen Anhebung verlangt ver.di eine feste Mindeststeigerung. Nachwuchskräfte sollen 200 Euro zusätzlich erhalten und nach ihrer Ausbildung ohne Befristung übernommen werden. Auch die Zeitzuschläge sollen nach Vorstellung der Gewerkschaft um 20 Prozent steigen. Die Runde startet am 3. Dezember 2025, die angestrebte Laufzeit liegt bei zwölf Monaten.

Warum ver.di Druck macht

ver.di Chef Frank Werneke betont, dass die Beschäftigten spürbare Anerkennung erwarten. Die Länder stehen in Verwaltung, Schulen, Gesundheitswesen und Infrastruktur unter hohem Druck, zugleich wächst der Fachkräftemangel. Nach der aktuellen Steuerschätzung haben die Länder mehr finanziellen Spielraum, der sich aus Sicht der Gewerkschaft auch in der Bezahlung zeigen muss.

Wettbewerb um Fachkräfte und gleiche Bedingungen in Ost und West

Die Gewerkschaften warnen, dass der öffentliche Dienst weiter an Attraktivität verliert, wenn Gehälter hinter der Inflation zurückbleiben. Zudem müsse eine Abkopplung vom Tarifabschluss bei Bund und Kommunen verhindert werden. Unterschiedliche Arbeitszeiten und Kündigungsschutzregelungen zwischen Ost und West, vor allem an Uni Kliniken, hält ver.di für längst nicht mehr zeitgemäß.

Auch die GEW sieht Nachholbedarf. Verbesserungen für Beschäftigte im Sozial und Erziehungsdienst müssten endlich auf Länderebene aufgegriffen werden. Zudem drängt die GEW auf eine tarifliche Regelung für die rund 300.000 studentischen Beschäftigten - die Studierenden im TV Stud.

Wen die Tarifrunde betrifft

Gemeinsam mit GdP, GEW, IG BAU und dem Beamtenbund verhandelt ver.di für rund 1,2 Millionen Tarifbeschäftigte der Länder, ausgenommen Hessen. Darüber hinaus fordert die Gewerkschaft, dass rund 1,3 Millionen Beamtinnen, Beamte und Versorgungsempfänger das spätere Ergebnis zeitgleich und wirkungsgleich erhalten.

Die wichtigsten Termine zu

  • 17. November 2025: Forderungen vorgestellt

  • 3. Dezember 2025: Erste Verhandlungsrunde

  • 15.–16. Januar 2026: Zweite Runde

  • 11.–13. Februar 2026: Dritte Runde