Öffentlicher Dienst der Länder: Das Ergebnis der Tarifrunde TV-L 2026 steht fest
In Potsdam geht es in die entscheidende Phase: Vom 11. bis 13. Februar treffen sich Gewerkschaften und Tarifgemeinschaft deutscher Länder zur dritten Verhandlungsrunde der TV-L Tarifrunde 2026 im Tarifkonflikt. Beide Seiten sprechen von einer konstruktiven Atmosphäre und halten eine Einigung für möglich. Gleichzeitig bleibt offen, ob es doch noch eine vierte Runde braucht. Eine Schlichtung ist bislang nicht geplant. Vor Beginn der Gespräche erhöht ver.di mit bundesweiten Warnstreiks den Druck. Im Zentrum steht die Forderung nach 7 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von zwölf Monaten.
Das ausführliches Ergebnis und der Rechner sind bereits hier verlinkt.
Das Tarifergebnis im Überblick:
Entgelterhöhung in drei Stufen:
2,8 % ab 1. April 2026, mindestens 100 Euro
2,0 % ab 1. März 2027
1,0 % ab 1. Januar 2028
Nachwuchskräfte:
Insgesamt +150 Euro in drei Schritten
01.11.2025: 5 Monate Nullrunde
01.04.2026: +60 Euro
01.03.2027: +60 Euro
01.01.2028: +30 Euro
Schicht- und Wechselschichtzulagen steigen:
Schichtdienst: 100 Euro monatlich (Krankenhäuser: 200 Euro)
Wechselschicht: 100 Euro monatlich (Krankenhäuser: 250 Euro)
Verbesserung für Teilzeit im Schichtdienst:
Überstundenzuschläge künftig ab der ersten Mehrarbeitsstunde über der individuellen Arbeitszeit
Hamburg-Zulage:
Bis zu 115 Euro mehr für rund 10.000 Beschäftigte bürgernaher Dienste
Studentische Beschäftigte:
Mindeststundenlohn steigt auf
15,20 Euro ab Sommersemester 2026
15,90 Euro ab 2027
Kein eigener Tarifvertrag
Weiteres Verfahren:
ver.di-Mitgliederbefragung läuft bis 9. März 2026
Endgültige Entscheidung der Bundestarifkommission am 12. März 2026
Quelle Ver.di
Unser Rechner für 2026 mit dem Ergebnis ist live.
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Pressemitteilungen der Tarifparteien
Das Ergebnis der Tarifrunde 2026 steht fest.
Nach intensiven und langen Verhandlungen steht das Ergebnis fest: In der Tarifrunde für den öffentlichen Dienst der Länder haben sich die Gewerkschaften und die Tarifgemeinschaft deutscher Länder auf einen Abschluss geeinigt. Die rund 925.000 Tarifbeschäftigten erhalten insgesamt 5,8 Prozent mehr Gehalt bei einer Laufzeit von 27 Monaten.
Tarifrunde öffentlicher Dienst der Länder: Beschäftigte erhalten 5,8 Prozent mehr Geld, mindestens aber 100 Euro Laufzeit 27 Monate
Die Einigung sieht drei Erhöhungsschritte vor: Ab April 2026 steigen die Entgelte zunächst um 2,8 Prozent, mindestens jedoch um 100 Euro. Es folgen weitere Erhöhungen von 2,0 Prozent ab März 2027 und 1,0 Prozent ab Januar 2028. Nachwuchskräfte profitieren ebenfalls und erhalten über die Laufzeit verteilt insgesamt 150 Euro mehr.
Frank Werneke, Vorsitzender von ver.di und Verhandlungsführer, bezeichnete die Gespräche als besonders schwierig. Am Ende liege jedoch ein Ergebnis vor, das auf dem Niveau des Tarifabschlusses von Bund und Kommunen aus dem Vorjahr liege. Damit bleibe der öffentliche Dienst der Länder im Wettbewerb um Fachkräfte konkurrenzfähig.
Neben den Entgelterhöhungen wurden auch strukturelle Verbesserungen vereinbart. Dazu zählen höhere Zulagen für Schicht- und Wechselschichtarbeit sowie neue Regelungen für Teilzeitkräfte im Schichtdienst, die künftig früher Überstundenzuschläge erhalten.
Ein weiterer Schwerpunkt betrifft die Angleichung der Arbeitsbedingungen zwischen Ost und West. So werden unter anderem Kündigungsschutzregelungen verbessert und die Arbeitszeit an den ostdeutschen Universitätskliniken in Rostock, Greifswald und Jena abgesenkt.
Auch studentische Beschäftigte profitieren: Ihre Mindeststundenlöhne steigen auf 15,20 Euro ab dem Sommersemester 2026 und ein Jahr später auf 15,90 Euro. Einen eigenständigen Tarifvertrag für diese Gruppe lehnten die Länder jedoch ab.
Der Abschluss gilt für alle Bundesländer außer Hessen, wo ein eigener Tarifvertrag besteht. Insgesamt betrifft die Einigung rund 2,2 Millionen Beschäftigte der Länder. Bevor der Tarifvertrag endgültig in Kraft tritt, müssen noch die Mitgliederbefragung und die Zustimmung der Bundestarifkommission erfolgen.
Aktueller Stand nach dem 3. Verhandlungstag im TV-L
In der laufenden TV-L-Tarifrunde ist weiter Bewegung, ein Abschluss aber noch nicht in Sicht. Die Arbeitgeber der Länder haben am Nachmittag ein verbessertes Angebot vorgelegt. Nach intensiven internen Beratungen sehen die Gewerkschaften dennoch weiterhin deutlichen Nachbesserungsbedarf. Die jeweiligen Verhandlungsspitzen befinden sich aktuell erneut in Gesprächen.
Wie der Stern berichtet, gestaltet sich eine schnelle Einigung schwierig. Neben der Höhe der Entgelterhöhungen sorgen vor allem zahlreiche Detailforderungen für zusätzliche Konfliktpunkte. Dazu zählen unter anderem Eingruppierungsfragen, die vollständige Ost-West-Angleichung, Regelungen für studentisch Beschäftigte, die Übernahme von Auszubildenden sowie Verbesserungen bei vermögenswirksamen Leistungen.
Trotz der offenen Streitpunkte halten Beobachter einen Durchbruch noch für möglich. Eine Einigung könnte demnach am späten Abend bzw. in der Nacht zum Samstag zustande kommen.
2. Verhandlungstag im TV-L - ohne Ergebnis
Während der dritten Runde in Potsdam legte die Tarifgemeinschaft deutscher Länder im Verlauf der Gespräche ein weiteres Angebot vor. Konkrete Inhalte wurden zunächst nicht veröffentlicht.
Die Gewerkschaften ver.di und dbb erhöhen parallel den Druck mit Warnstreiks. Für die rund 925.000 Tarifbeschäftigten der Länder verlangen sie ein deutliches Plus von 7 Prozent, verbunden mit einer sozialen Komponente von mindestens 300 Euro monatlich.
Die Arbeitgeber hatten zuvor lediglich einen groben Rahmen skizziert: Demnach steht ein Gesamtvolumen von etwa fünf Prozent im Raum, verteilt auf mehrere Stufen bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Für die Gewerkschaften ist das bislang nicht ausreichend. Sie machen deutlich, dass ein Abschluss hinter dem Tarifergebnis von Bund und Kommunen aus dem Jahr 2025 mit 5,8 Prozent über 27 Monate nicht infrage kommt.
Beide Seiten streben an, die Verhandlungen in dieser dritten Runde möglichst bis Freitag zu einem Ergebnis zu führen.
Rechner für Ergebnis zur Tarifrunde bereits online
Bereits in der zweiten Runde Mitte Januar hatte die TdL kein konkretes Angebot vorgelegt, sondern lediglich Eckpunkte für einen möglichen Einigungskorridor präsentiert. Vorgesehen sind Entgelterhöhungen in drei Stufen von 2026 bis 2028, insgesamt nach Arbeitgeberangaben rund fünf Prozent bei einer Laufzeit von 29 Monaten. Die Gewerkschaften halten das für unzureichend und kritisieren insbesondere die lange Bindung sowie das geringe Volumen, das aus ihrer Sicht die Kaufkraftverluste nicht ausgleicht.
Um die Auswirkungen möglicher Abschlüsse transparenter zu machen, haben wir für euch ein Tarifrunden-Rechner bereitgestellt. Dort lassen sich prozentuale Erhöhungen und Sockelbeträge individuell eingeben, um die konkreten Effekte für die eigene Entgeltgruppe direkt zu berechnen. Als aktuelles Beispiel das TdL-Eckpunktepapier aus der zweiten Runde mit einer prognostizierten Erhöhung von 2,3 Prozent im ersten Jahr. (Leicht über der Inflation von 2,2%)
Die wichtigsten Termine zur Tarifrunde 2025/2026 TV-L
17. November 2025: Forderungen vorgestellt
3. Dezember 2025: Erste Verhandlungsrunde
15.–16. Januar 2026: Zweite Runde
11.–14. Februar 2026: Dritte Runde