TV-H Tarifrunde 2026 Einigung in der dritten Verhandlungsrunde
Zum Auftakt der neuen TV-H Runde setzen die Gewerkschaften ein deutliches Zeichen. dbb Hessen fordert 7% Prozent mehr Einkommen, mindestens jedoch 300 Euro monatlich.
Das Ergebnis steht fest.
TV-H Tarifrunde 2026: Tarifeinigung für Landesbeschäftigte in Hessen
Für die rund 58.000 Tarifbeschäftigten des Landes Hessen steht ein neuer Tarifabschluss fest. In der Nacht haben sich das Land und mehrere Gewerkschaften auf höhere Entgelte im Tarifvertrag TV-H geeinigt.
Der Abschluss sieht eine Entgelterhöhung von 3,0 Prozent zum 1. Juli 2026 vor, mindestens jedoch 110 Euro monatlich. Eine weitere Erhöhung um 2,8 Prozent folgt zum 1. Oktober 2027. Die Laufzeit des Tarifvertrags beträgt 25 Monate bis Ende Februar 2028.
An den Verhandlungen beteiligt waren unter anderem ver.di, dbb beamtenbund und tarifunion, Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft, Gewerkschaft der Polizei und IG Bauen-Agrar-Umwelt.
Hessen nimmt bei Tarifverhandlungen eine Sonderrolle ein: Als einziges Bundesland ist es nicht Mitglied der Tarifgemeinschaft deutscher Länder und verhandelt die Entgelte seiner Landesbeschäftigten eigenständig.
Weitere Ergebnisse der Tarifrunde
Zulagen:
Schichtdienstzulage Erhöhung um 150 % auf künftig 100 Euro monatlich
Wechselschichtzulage Erhöhung um 90,48 % auf künftig 200 Euro monatlich
Ausbildungsvergütung:
+ 80 Euro zum 01.07.2026
+ 70 Euro zum 01.10.2027
Studentische Beschäftigte:
15,20 Euro/h ab Wintersemester 2026/2027
15,90 Euro/h ab Wintersemester 2027/2028
Entgeltordnung Lehrkräfte:
Überarbeitung der Lehrkräfte-Entgeltordnung
LandesTicket:
Fortführung des LandesTickets für Beschäftigte bis 31.12.2028
Beamte:
Innenminister Roman Poseck strebt eine zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf Besoldung und Versorgung der Beamten von Land und Kommunen an.
Die aktuellen Rechner und Tabellen sind bereits live.
Zweite Verhandlungsrunde ohne Angebot
Auch nach der zweiten Verhandlungsrunde im Tarifkonflikt um den TV-Hessen (TV-H) gibt es aus Sicht der Gewerkschaften keinerlei Fortschritte. Bei den Gesprächen am 10. und 11. März 2026 in Dietzenbach legte das Land Hessen weiterhin kein verhandlungsfähiges Angebot für die rund 58.000 Beschäftigten vor.
Nach Angaben der Gewerkschaften wurden zentrale Themen wie Tabellenentgelte, Jahressonderzahlung und weitere Verbesserungen von der Arbeitgeberseite auf die nächste Verhandlungsrunde vertagt. Damit blieb insbesondere die Frage offen, wann und in welcher Höhe die Gehälter steigen sollen.
Zudem kritisieren die Gewerkschaften den Umgangston der Arbeitgeberseite. Während Innenminister Armin Poseck beim Auftakt noch die Leistungen der Beschäftigten hervorgehoben hatte, seien die Gespräche in Dietzenbach von deutlich weniger anerkennenden Aussagen geprägt gewesen.
Ein zentraler Konfliktpunkt bleibt weiterhin die Situation der mehr als 12.000 studentischen Beschäftigten in Hessen. Für diese gilt bislang kein eigener Tarifvertrag. Die Gewerkschaften fordern ihre Aufnahme in den TV-H, während das Land eine tarifliche Regelung bislang ablehnt.
Weitere Streitpunkte betreffen unter anderem das Landesticket für Beschäftigte, bei dem das Land eine mögliche Kostenbeteiligung der Beschäftigten ins Spiel brachte, sowie die Übernahme von Auszubildenden, die weiterhin an Noten und Bedarf geknüpft bleiben soll.
Angesichts der ausbleibenden Bewegung kündigen die Gewerkschaften bereits erste Warnstreiks an. Auftakt soll ein Protesttag am 13. März 2026 in Wiesbaden sein. Weitere Aktionen sind in den kommenden Wochen geplant.
Die dritte Verhandlungsrunde ist für den 26. und 27. März 2026 in Seeheim-Jugenheim angesetzt.
Forderungen der Gewerkschaften
7 Prozent mehr Entgelt, mindestens 300 Euro monatlich
+200 Euro monatlich für Auszubildende
Unbefristete Übernahme der Auszubildenden nach Abschluss, ohne Notenbindung
Aufnahme der studentischen Beschäftigten in den Tarifvertrag TV-H
Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 100 Prozent eines Monatsentgelts
Wohnzuschuss von 50 Euro monatlich für Auszubildende und Praktikanten
Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung eines Tarifergebnisses auf Beamte
Positionen und Themen der Arbeitgeberseite
Kein konkretes Angebot zur Entgelterhöhung in der zweiten Runde
Diskussion über Kostenbeteiligung der Beschäftigten am Landesticket
Übernahme von Auszubildenden weiterhin abhängig von Note und Bedarf
Ablehnung eines Tarifvertrags für studentische Beschäftigte
Mehrere Themen wie Jahressonderzahlung und Wohnzuschuss wurden auf die dritte Runde verschoben
Kernpunkte für die Tarifrunde 2026 TV-H
Neben der prozentualen Anhebung verlangt dbb Hessen eine feste Mindeststeigerung. Auszubildende & Pratikanten sollen 200 Euro zusätzlich erhalten und nach ihrer Ausbildung ohne Befristung übernommen werden.
"Investitionsoffensive für Hessen"
Der dbb Hessen bezeichnet seine Tarifforderungen als „Investitionsoffensive für Hessen“. Hintergrund ist die Haltung, dass ein leistungsfähiger öffentlicher Dienst Grundvoraussetzung für Sicherheit, Bildung und eine funktionierende Verwaltung ist. Tarifchef Andreas Hemsing fordert das Land auf, die geplanten Verbesserungen nicht als unrealistisch abzutun, sondern als Investition in die Zukunft zu betrachten. Zentral ist eine deutliche Erhöhung der Einkommen sowie bessere Bedingungen für den Nachwuchs und die Beamtinnen und Beamten. Entscheidend sei außerdem, dass das spätere Tarifergebnis zeit- und wirkungsgleich auf den Beamtenbereich übertragen wird. Die Tarifrunde beginnt am 27. Februar 2026 und soll bis Ende März 2026 zu einem Kompromiss führen.
Forderungen des dbb Hessen (TV-H)
Hauptforderungen für den TV-H
+ 7 % Tabellenentgelte, mindestens jedoch +300 Euro
+ 200 Euro für Auszubildende, Praktikantinnen und Praktikanten (TVA-H BBiG, TVA-H Pflege, TV-Prakt. Hessen)
Laufzeit: 12 Monate
Unbefristete Übernahme aller Auszubildenden nach bestandener Prüfung ohne Notenbezug
Einbeziehung der studentischen Beschäftigten in den Geltungsbereich des TV-H
Weitere Erwartungen
Erhöhung der Jahressonderzahlung auf 100 %
Zusätzlicher Urlaubstag für Gewerkschaftsmitglieder
Dynamisierung der Kinderzulage (§ 23a TV-H)
Spezielle Absicherung gegen Berufsunfähigkeit für gefährdete Beschäftigtengruppen
Gefahrenzulage für Wachpolizei
Weiterführung und Umsetzung der Ergebnisse aus den Evaluierungsgesprächen zur Entgeltordnung TV-H
Forderungen für Beamtinnen und Beamte (Land und Kommunen)
Zeit- und wirkungsgleiche Übertragung des Tarifergebnisses auf alle Beamtinnen und Beamten, Versorgungsempfänger und Anwärter
Frühzeitige und klare Zusagen über diese Übertragung
Keine erneute Unteralimentation. Verfassungswidrige Zustände dürften nicht fortgesetzt werden
Die wichtigsten Termine zu TV-H Tarifrunde 2025
24. November 2025: Forderungen vorgestellt
27. Februar 2026: Erste Verhandlungsrunde
9.-10. März 2026: Zwischenrunde auf Arbeitsebene
26.-27. März 2026: Dritte Verhandlungsrunde